Fortsetzung – Sogetsu-Schule Tokio

Seit 2001 ist die Leiterin der Sogetsu-Schule Iemoto Akane Teshigahara, 1960 geboren, Tochter von Hiroshi Teshigahara. Sie sucht nach modernen Wegen, Ikebana zu unterrichten und entwickelte neues Lehrmaterial. Mit einer großen outdoor exhibition “Sogetsu: Flower Avenue 2001” in Tokio versuchte sie auch Menschen anzusprechen, die sich nicht für Ikebana interessieren. Inzwischen richtete sie Kinder-Kurse ein, um bei jungen Menschen eine neue Sensibilität für Ikebana wachzurufen. Iemoto Akane Teshigahara ist regemäßig auch außerhalb Japans bei regionalen und internationalen Konferenzen mit großen Vorführungen und Workshops zu erleben, wie zuletzt in Potsdam, Okinawa und Paris.

Ziel des Blumenarrangieren ist es, die natürliche Schönheit und Eigenschaft der Pflanzen hervorzuheben. Um nach eigenen Ideen freie Formen gestalten zu können, müssen die Schüler jedoch zunächst die grundlegenden Ikebana-Techniken und Regeln kennen lernen und sicher beherrschen.

Um möglichst viel Menschen mit Ikebana infizieren zu können, vereinfachte der Schulgründer Sofu Teshigahara die Grundarrangements. Sie bieten jedoch eine Vielfalt von Kombinations- und Gestaltungsmöglichkeiten, die bei vielen traditionellen Stilen nicht möglich sind. Der Schwerpunkt der Gestaltung besteht in der besonderen Beachtung der Linien. Sie umschließen einen gedachten leeren Raum und sollen gedanklich den ganzen Kosmos einbeziehen. Oft bestehen sie aus grünen Pflanzen oder Zweigen. Das Anwenden der drei Hauptlinien SHIN, SOE und HIKAE bildet die Grundlage von Sogetsu-Arrangements. SHIN – die längste und gleichzeitig wichtigste Hauptlinie – symbolisiert den Himmel; SOE – Nebenhauptlinie – steht symbolhaft für den Menschen; HIKAE – kürzeste Nebenhauptlinie ist Symbol der Erde. Variationen dieses Themas, jeweils deren acht für Moribana (das Schalenarrangement) und sechs für Nageire (das Vasenarrangement), gehören zur Grundausbildung.

„Ikebana kann man an jedem Ort, mit jedem Material, zu jeder Zeit tun.“ Mit diesen Worten von Sofu Teshigahara plädierte er besonders für die Beschäftigung mit Ikebana im Alltag. Es sollte Teil eines Lebensstils sein und somit möglichst viele Menschen weltweit ansprechen.

[ Sogetsu-Schule Tokio ]